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veröffentlicht: 28.03.2010 | Autor: Mac-Lean
Rubrik: Berufe | Leser bisher: 255 | ohne Bewertung

  


Es ist der 28. November in Ingolstadt. Der sonst kleine, idyllische, sich im Umbau befindende Hauptbahnhof wird Schauplatz eines ungewöhnlichen Treffens. Mit jedem weiteren ankommenden Zug vergrößert sich die wartende Menschenmenge vor dem Eingang des Gebäudes. Neugierigen Fußgängern steht ein Fragezeichen ins Gesicht geschrieben, denn nur das kleine Schild „102. jugend presse kongress“ lässt flüchtig erahnen, was hier geschieht.


Was den unbeteiligten Passanten nur einen kurzen Blick würdig ist, beschäftigt die insgesamt 125 TeilnehmerInnen des 102. jugend presse kongresses ein ganzes Wochenende. Diese sind alle redaktionell tätig, ob als Schülerzeitungs- oder Lokalzeitungsreporter und streben nun eine Verbesserung ihrer journalistischen Fähigkeiten an.


Nach Anmeldung am Schalter der Organisatoren am Bahnhof wurden alle Jungjournalisten mit einem gecharterten Bus zur Pionierschule und Fachschule des Heeres für Bautechnik befördert. Dies sollte die Unterkunft für die nächsten zwei Tage sein. Nach einer kurzen Einweisung und einer Aussicht auf die folgenden Tage wurden die Zimmer verteilt. Die anfängliche Desorientierung löste sich im Verlauf des Abends auf; das Geländer wurde erforscht , Freundschaften wurden geknüpft und die schon weihnachtliche geschmückte Offiziersküche stellte ein leckeres Abendessen bereit.


Mit Spannung wurde der nächste Tag erwartet, denn am Samstag fand die eigentliche journalistische Tätigkeit statt. Die TeilnehmerInnen wurden entweder in eine Zeitungs- oder eine Fernsehgruppe eingeteilt. Ziel war es, am Ende des Wochenendes eine fertige PR-Zeitung, beziehungsweise einen kompletten Videobeitrag über die Pioniere des Heeres zu präsentieren.


Als professionelle Hilfe standen den jungen Journalisten erfahrene Reporter von ARD, WDR und BR zur Seite, die sich schon morgens nach dem Frühstück mit den entsprechenden Gruppen trafen. Hierbei konnten die TeilnehmerInnen viel über Journalismus lernen. Welche Nachrichtenfaktoren spielen eine Rolle? Wie viele verschiedene Interviewformen gibt es? Was bedeutet PR? Wie recherchiere ich richtig?


Das erweiterte Wissen wurde anschließend von dem Geschäftsführer der young leaders GmbH, Herrn Werner, durch seinen Vortrag „Zukunftsstrategien für das 21. Jahrhundert“ ergänzt.


Die folgende Mittagspause gab den Jugendlichen dann noch einmal Zeit, sich intensiv auf die kommende Phase der Recherche und Beitragserstellung vorzubereiten, denn schon bald wurden sie zum nahegelegenen Truppenübungsplatz gebracht, um einen Eindruck von der Arbeit der Pioniere bei Auslandseinsätzen zu bekommen. Brückenlegepanzer und Wegbefestigungsfahrzeuge durften bestaunt und sogar bedient werden und auf Schlauchbooten konnten die TeilnehmerInnen die Donau befahren. Es bot sich die Gelegenheit, die anwesenden Soldaten zu interviewen und Fakten zu recherchieren. Die eindrucksvolle Vorführung der Gerätschaften der Pioniertruppe hinterlies einen bleibenden Eindruck bei den Jungreportern.


Zurück in der Kaserne setzte sich die Recherche fort bei den Vorträgen von Oberst i. G. Peter Beeger und Brigadegeneral Wolfgang Krippl, die über die Aufträge, Aufgaben und Herausforderungen der Pioniere in der heutigen Zeit berichteten.


Nach diesen beiden Beiträgen fing der schwierige Teil des Tages an. Hektisch wurden Interviews geführt, Beiträge verfasst, Filmausschnitte gedreht und Fotos gemacht. Unter Zeitdruck arbeiteten alle TeilnehmerInnen des Kongresses intensiv an ihren Projekten, um in weniger als einer Stunde Erstellungsphase ihre produzierten Beiträge abgeben zu können. Die fertigen Videoclips sollten bereits am Abend präsentiert werden und die PR-Zeitung in nicht geringer Auflage am Sonntagmorgen in der Kaserne vorliegen.

Alle TeilnehmerInnen gaben sich sehr viel Mühe und so wurde das Ziel erreicht. Um 18 Uhr wurden zwei sehr gut gelungene Filme über die Pioniertruppe der Bundeswehr vorgeführt..


Noch überrascht vom guten Ergebnis der Gruppen wurden alle 125 Jugendliche ins Zentrum von Ingolstadt gebracht, denn den krönenden Abschluss sollte der Presseabend bringen. Der Rittersaal im Schloss Ingolstadt war gebucht und so speisten die TeilnehmerInnen gemeinsam in einem mittelalterlichen Ambiente. Hierbei bot sich die Gelegenheit, mit den anwesenden Journalisten und Soldaten noch einmal zu sprechen. Der kleine Weihnachtsmarkt auf dem Burgplatz rundete den Abend ab und um 23:30 Uhr kehrten die letzten TeilnehmerInnen zurück zur Pionierschule.


Am Sonntagmorgen wurden die Arbeit und die Arbeitsergebnisse in den Gruppen reflektiert und ausgewertet. Die erstellte PR-Zeitung lag nun auch vor und konnte bestaunt werden. Die begleitenden Profijournalisten erläuterten dann ihren Weg in den Beruf und gaben Tipps für den Einstieg in den Journalismus.


Nach dem anschließenden Schlusswort von Brigadegeneral Krippl wurden die TeilnehmerInnen zum Bahnhof Ingolstadt gefahren. Hier hieß es nun Abschied zu nehmen.


Es bot sich nun die gleiche Szenerie wie zwei Tage zuvor. Doch alle TeilnehmerInnen waren an Erfahrung und Wissen reicher und erhielten einen tiefen Einblick in die Tätigkeiten der Pioniere, und, viel wichtiger, einen Eindruck von der Arbeit eines Redakteurs.


Der 102. jugend presse kongress war eine wertvolle Möglichkeit, den Beruf des Journalisten tiefer zu ergründen und die eigenen journalistischen Fähigkeiten zu erweitern.




Tobias Mac-Lean









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