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Es ist der 28. November in Ingolstadt.
Der sonst kleine, idyllische, sich im Umbau befindende Hauptbahnhof
wird Schauplatz eines ungewöhnlichen Treffens. Mit jedem weiteren
ankommenden Zug vergrößert sich die wartende Menschenmenge vor dem
Eingang des Gebäudes. Neugierigen Fußgängern steht ein
Fragezeichen ins Gesicht geschrieben, denn nur das kleine Schild
„102. jugend presse kongress“ lässt flüchtig
erahnen, was hier geschieht.
Was den unbeteiligten Passanten nur
einen kurzen Blick würdig ist, beschäftigt die insgesamt 125
TeilnehmerInnen des 102. jugend presse kongresses ein
ganzes Wochenende. Diese sind alle redaktionell tätig, ob als
Schülerzeitungs- oder Lokalzeitungsreporter und streben nun eine
Verbesserung ihrer journalistischen Fähigkeiten an.
Nach Anmeldung am Schalter der
Organisatoren am Bahnhof wurden alle Jungjournalisten mit einem
gecharterten Bus zur Pionierschule und Fachschule des Heeres für
Bautechnik befördert. Dies sollte die Unterkunft für die nächsten
zwei Tage sein. Nach einer kurzen Einweisung und einer Aussicht auf
die folgenden Tage wurden die Zimmer verteilt. Die anfängliche
Desorientierung löste sich im Verlauf des Abends auf; das Geländer
wurde erforscht , Freundschaften wurden geknüpft und die schon
weihnachtliche geschmückte Offiziersküche stellte ein leckeres
Abendessen bereit.
Mit Spannung wurde der nächste Tag
erwartet, denn am Samstag fand die eigentliche journalistische
Tätigkeit statt. Die TeilnehmerInnen wurden entweder in eine
Zeitungs- oder eine Fernsehgruppe eingeteilt. Ziel war es, am Ende
des Wochenendes eine fertige PR-Zeitung, beziehungsweise einen
kompletten Videobeitrag über die Pioniere des Heeres zu
präsentieren.
Als professionelle Hilfe standen den
jungen Journalisten erfahrene Reporter von ARD, WDR und BR zur Seite,
die sich schon morgens nach dem Frühstück mit den entsprechenden
Gruppen trafen. Hierbei konnten die TeilnehmerInnen viel über
Journalismus lernen. Welche Nachrichtenfaktoren spielen eine Rolle?
Wie viele verschiedene Interviewformen gibt es? Was bedeutet PR? Wie
recherchiere ich richtig?
Das erweiterte Wissen wurde
anschließend von dem Geschäftsführer der young leaders GmbH, Herrn
Werner, durch seinen Vortrag „Zukunftsstrategien für das 21.
Jahrhundert“ ergänzt.
Die folgende Mittagspause gab den
Jugendlichen dann noch einmal Zeit, sich intensiv auf die kommende
Phase der Recherche und Beitragserstellung vorzubereiten, denn schon
bald wurden sie zum nahegelegenen Truppenübungsplatz gebracht, um
einen Eindruck von der Arbeit der Pioniere bei Auslandseinsätzen zu
bekommen. Brückenlegepanzer und Wegbefestigungsfahrzeuge durften
bestaunt und sogar bedient werden und auf Schlauchbooten konnten die
TeilnehmerInnen die Donau befahren. Es bot sich die Gelegenheit, die
anwesenden Soldaten zu interviewen und Fakten zu recherchieren. Die
eindrucksvolle Vorführung der Gerätschaften der Pioniertruppe
hinterlies einen bleibenden Eindruck bei den Jungreportern.
Zurück in der Kaserne setzte sich die
Recherche fort bei den Vorträgen von Oberst i. G. Peter Beeger und
Brigadegeneral Wolfgang Krippl, die über die Aufträge, Aufgaben und
Herausforderungen der Pioniere in der heutigen Zeit berichteten.
Nach diesen beiden Beiträgen fing der
schwierige Teil des Tages an. Hektisch wurden Interviews geführt,
Beiträge verfasst, Filmausschnitte gedreht und Fotos gemacht. Unter
Zeitdruck arbeiteten alle TeilnehmerInnen des Kongresses intensiv an
ihren Projekten, um in weniger als einer Stunde Erstellungsphase ihre
produzierten Beiträge abgeben zu können. Die fertigen Videoclips
sollten bereits am Abend präsentiert werden und die PR-Zeitung in
nicht geringer Auflage am Sonntagmorgen in der Kaserne vorliegen.
Alle TeilnehmerInnen gaben sich sehr
viel Mühe und so wurde das Ziel erreicht. Um 18 Uhr wurden zwei sehr
gut gelungene Filme über die Pioniertruppe der Bundeswehr
vorgeführt..
Noch überrascht vom guten Ergebnis der
Gruppen wurden alle 125 Jugendliche ins Zentrum von Ingolstadt
gebracht, denn den krönenden Abschluss sollte der Presseabend
bringen. Der Rittersaal im Schloss Ingolstadt war gebucht und so
speisten die TeilnehmerInnen gemeinsam in einem mittelalterlichen
Ambiente. Hierbei bot sich die Gelegenheit, mit den anwesenden
Journalisten und Soldaten noch einmal zu sprechen. Der kleine
Weihnachtsmarkt auf dem Burgplatz rundete den Abend ab und um 23:30
Uhr kehrten die letzten TeilnehmerInnen zurück zur Pionierschule.
Am Sonntagmorgen wurden die Arbeit und
die Arbeitsergebnisse in den Gruppen reflektiert und ausgewertet. Die
erstellte PR-Zeitung lag nun auch vor und konnte bestaunt werden. Die
begleitenden Profijournalisten erläuterten dann ihren Weg in den
Beruf und gaben Tipps für den Einstieg in den Journalismus.
Nach dem anschließenden Schlusswort
von Brigadegeneral Krippl wurden die TeilnehmerInnen zum Bahnhof
Ingolstadt gefahren. Hier hieß es nun Abschied zu nehmen.
Es bot sich nun die gleiche Szenerie
wie zwei Tage zuvor. Doch alle TeilnehmerInnen waren an Erfahrung und
Wissen reicher und erhielten einen tiefen Einblick in die Tätigkeiten
der Pioniere, und, viel wichtiger, einen Eindruck von der Arbeit
eines Redakteurs.
Der 102. jugend presse kongress war
eine wertvolle Möglichkeit, den Beruf des Journalisten tiefer zu
ergründen und die eigenen journalistischen Fähigkeiten zu
erweitern.
Tobias Mac-Lean
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