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Das Berufsbild Buchbinder blickt auf eine lange Tradition zurück. Bis zur industriellen Fertigung in Massen war dieser Beruf weit verbreitet. Bereits zum Übergang des Hoch- zum Spätmittelalter um 1200 wurden mehrseitige Schriftstücke im großen Stil angefertigt. Hier finden sich bereits Hinweise auf eine Urform des Buchbinders. Meist Mönche oder die Verfasser der Bücher selbst, da sich die damalige Produktion von Büchern meist in Klöstern, kirchlichen Einrichtungen oder adligen Bildungsstätten abspielte. Damals wie heute handelte es sich bei dem meist veröffentlichten Buch um die Bibel. Mit der Renaissance Mitte des 15. Jahrhunderts etablierte sich der Berufszweig Buchbinder zunehmend unter den Handwerken. Durch rasch wachsende Städte und erste Metropolen mit Bibliotheken und aufblühenden Universitäten waren die Auftragsbücher der Buchbinder ständig gut gefüllt. Einen stetig wachsenden Wissenshorizont galt es zu Papier zu bringen. Anfänge erster bürokratischer Züge in der Verwaltung und dem Steuerwesen sorgten für einen dauernden Bedarf an Büchern und gebundenem Blattwerk. Die Inhalte wurden zum Großteil noch handschriftlich verfasst. Diese enorme Nachfrage erlaubte es den Buchbindern bald sich wie andere Handwerke und mittelständige Berufe in Zünften zu organisieren. Mit der Erfindung des Buchdrucks um 1450 entdeckten die großen Reformer und Humanisten das Potential des Buches als Waffe gegen die unterdrückende Obrigkeit. Einher ging damit die wachsende Bildung und Fähigkeit zu lesen in den mittleren Ständen der damaligen Gesellschaft. Das weiter wachsende Interesse an gebundenen Büchern erforderte schnell große und gut organisierte Werkstätte für Buchbinder. Buchbinder heute: die Konkurrenz nennt sich Binderücken, Ordner oder KlemmschienenManuskripte, Dokumentationen oder einfach loses Blattwerk bedarf heute keines Buchbinders mehr um gebunden zu werden. Jeder Büromitarbeiter oder Student kann aus einer großen Anzahl verschiedener Artikel zu diesem Zweck heute im Fachgeschäft für Büroartikel selbst wählen. Handwerkliches Geschick wie beim Leimen des Buchrückens oder binden mit dem Faden ist heute für Laien nicht mehr zwingend. Feste oder einfach lösbare Alternativen können im Laden meist zu Cent-Beträgen erworben werden. Ordnersysteme, Schnellhefter, Drahtbindungen mit passenden Maschinen oder Klemmschienen machen das Binden einfacher wie großer Seitensammlungen zum Kinderspiel. Musterfächer, einfache Mappen oder Speisekarten werden mit Buchschrauben und einem Schraubendreher ganz einfach mit minimalem Zeitaufwand selbst hergestellt. Lose Blätter verschiedener DIN-Formate können mittels moderner Klemmschienen aus Kunststoff fix zu einen Komplettwerk zusammengeführt werden. Mit Klemm- bzw. Posterschienen hat man jederzeit die Flexibilität das Blattwerk wieder aufzulösen oder einzelne Seiten auszutauschen.
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