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veröffentlicht: 03.12.2010 | Autor: Helena
Rubrik: Ernährung | Leser bisher: 430 | ohne Bewertung

  

Wer Gewicht verlieren will, wird schnell feststellen, dass es Unmengen von Diäten gibt, die allesamt eine Gewichtsreduktion versprechen, meistens jedoch für eine langfristige Ernährungsumstellung unbrauchbar sind. Anders, so erscheint es auf den ersten Blick, die Methode der Trennkost. 


Entwickelt wurde diese Ernährungsform zu Beginn des 20. Jahrhunderts vom amerikanischen Arzt Dr. William Howard Hay und basiert auf dem Prinzip, dass eiweiß- und kohlenhydrathaltige Lebensmittel nicht gleichzeitig bei einer Mahlzeit gegessen werden sollen, um eine angebliche Übersäuerung des Körpers entgegenzuwirken. Trennkostpläne sowie Tabellen sollen den Einstieg in diese Ernährungsform erleichtern.
Generell darf damit fast alles gegessen werden und nur wenige Lebensmittel, wie zum Beispiel Hülsenfrüchte, sind von diesem Prinzip gänzlich ausgeschlossen. Auch ein Zählen von Kalorien bzw. von Mengen ist bei dieser Form der Ernährung nicht relevant. Das Ziel der Trennung von Eiweißen (u.a. Fleisch, Fisch, Käse, Früchte, Nüsse, Eier) und Kohlenhydraten (u.a. Brot, Kuchen, Nudeln, Kartoffeln, Reis, Bananen) ist es, den Prozess der Verdauung zu erleichtern, da diese, laut Hay, im Verdauungstrakt nicht gleichzeitig verdaut werden können. Des Weiteren gibt es noch die neutralen Lebensmittel, zu denen u.a. Gemüse, Salate, Fette, Pilze zählen.
Im Klartext heißt dies nun also, dass Gerichte erlaubt sind, die entweder aus Kohlenhydraten und neutralen Lebensmitteln zusammengestellt sind oder Mahlzeiten darstellen, die aus Eiweißen kombiniert mit neutralen Lebensmitteln bestehen. Kohlenhydrathaltige und eiweißhaltige Lebensmittel dürfen nicht innerhalb eines Zeitraumes von vier Stunden verzehrt werden.

Die deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V. (kurz: DGE) rät jedoch davon ab, Trennkost als langfristige Ernährungsform zu wählen, da eine vollwertige und ausgewogene Ernährung mit der Hayschen Lehren nicht gewährleistet ist. Die Theorie, der Übersäuerung des Körpers durch das gleichzeitige Aufnehmen von Eiweißen und Kohlenhydraten, sei wissenschaftlich nicht haltbar, da das Enzymsystem des Magen-Darm-Traktes so angelegt sei, dass es die beiden Stoffe problemlos gleichzeitig verdauten könne. Fast alle Lebensmittel enthalten zudem sowohl Eiweiß als auch Kohlenhydrate.
Einige Ansätze von Hay sind im Zuge einer erfolgreichen Ernährungsumstellung durchaus ratsam, wie beispielsweise die Empfehlung weniger Fleisch zu essen, um dadurch weniger gesättigte Fettsäuren und Cholesterin aufzunehmen. Auch der Umstand, dass es sich bei Trennkost um eine energie- sowie fettarme Ernährung handelt, ist durchweg als positiv zu bewerten. Allerdings sichert die von Hay beschriebene Lebensmittelauswahl keine ausreichende Nährstoffversorgung, wenn die Säure bildenden Lebensmittel wie Getreide, Fleisch und Fisch in solchen geringen Mengen verzehrt, wird wie von Hay empfohlen. Getreide und Getreideerzeugnisse liefern essenzielle Nährstoffe wie B-Vitamine, Folsäure, Magnesium, Eisen und Selen. Sie kommen in der Hayschen Trennkost deutlich zu kurz. Getreide und daraus hergestellte Produkte sollten in einer ausgewogenen und vollwertigen Ernährung im Mittelpunkt stehen und am meisten gegessen werden. Daher müsste man, wollte man die Haysche Trennkost anwenden, den Getreideanteil deutlich erhöhen. Auch der Anteil der Käse müsse erhöht werden, damit eine ausreichende Zufuhr von Calcium gewährleistet wird.
Man muss also dem Hayschen Prinzip nicht folgen, um eine gesunde Ernährung bzw. Gewichtsreduktion zu erreichen. Wer seine Ernährung gezielt umstellt und ausreichend Obst, Gemüse und Salat zu sich nimmt und gleichzeitig auf zu große Fleischportionen, fette Wurst, Zucker, Süßigkeiten sowie auf täglichen Alkohol verzichtet, kann Krankheiten und Übergewicht entgegenwirken, auch ohne Trennkost. Viel diskutiert wird dies auch in Internetforen und Blogs. Erfahrungsberichte, Erfolgsstories und Tipps werden hier ausgetauscht und sorgen dafür für eine angeregte Diskussion.


Helena Schmidt (Helena.schmidt@webmail.de)







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