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Wer Gewicht verlieren will, wird schnell feststellen, dass es
Unmengen von Diäten gibt, die allesamt eine Gewichtsreduktion
versprechen, meistens jedoch für eine langfristige
Ernährungsumstellung unbrauchbar sind. Anders, so erscheint es auf
den ersten Blick, die Methode der Trennkost. Entwickelt wurde
diese Ernährungsform zu Beginn des 20. Jahrhunderts vom
amerikanischen Arzt Dr. William Howard Hay und basiert auf dem
Prinzip, dass eiweiß- und kohlenhydrathaltige Lebensmittel nicht
gleichzeitig bei einer Mahlzeit gegessen werden sollen, um eine
angebliche Übersäuerung des Körpers entgegenzuwirken.
Trennkostpläne sowie Tabellen sollen den Einstieg in diese
Ernährungsform erleichtern. Generell darf damit fast alles
gegessen werden und nur wenige Lebensmittel, wie zum Beispiel
Hülsenfrüchte, sind von diesem Prinzip gänzlich ausgeschlossen.
Auch ein Zählen von Kalorien bzw. von Mengen ist bei dieser Form der
Ernährung nicht relevant. Das Ziel der Trennung von Eiweißen (u.a.
Fleisch, Fisch, Käse, Früchte, Nüsse, Eier) und Kohlenhydraten
(u.a. Brot, Kuchen, Nudeln, Kartoffeln, Reis, Bananen) ist es, den
Prozess der Verdauung zu erleichtern, da diese, laut Hay, im
Verdauungstrakt nicht gleichzeitig verdaut werden können. Des
Weiteren gibt es noch die neutralen Lebensmittel, zu denen u.a.
Gemüse, Salate, Fette, Pilze zählen. Im Klartext heißt dies
nun also, dass Gerichte erlaubt sind, die entweder aus Kohlenhydraten
und neutralen Lebensmitteln zusammengestellt sind oder Mahlzeiten
darstellen, die aus Eiweißen kombiniert mit neutralen Lebensmitteln
bestehen. Kohlenhydrathaltige und eiweißhaltige Lebensmittel dürfen
nicht innerhalb eines Zeitraumes von vier Stunden verzehrt werden.
Die deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V. (kurz: DGE)
rät jedoch davon ab, Trennkost als langfristige Ernährungsform zu
wählen, da eine vollwertige und ausgewogene Ernährung mit der
Hayschen Lehren nicht gewährleistet ist. Die Theorie, der
Übersäuerung des Körpers durch das gleichzeitige Aufnehmen von
Eiweißen und Kohlenhydraten, sei wissenschaftlich nicht haltbar, da
das Enzymsystem des Magen-Darm-Traktes so angelegt sei, dass es die
beiden Stoffe problemlos gleichzeitig verdauten könne. Fast alle
Lebensmittel enthalten zudem sowohl Eiweiß als auch Kohlenhydrate.
Einige Ansätze von Hay sind im Zuge einer erfolgreichen
Ernährungsumstellung durchaus ratsam, wie beispielsweise die
Empfehlung weniger Fleisch zu essen, um dadurch weniger gesättigte
Fettsäuren und Cholesterin aufzunehmen. Auch der Umstand, dass es
sich bei Trennkost um eine energie- sowie fettarme Ernährung
handelt, ist durchweg als positiv zu bewerten. Allerdings sichert die
von Hay beschriebene Lebensmittelauswahl keine ausreichende
Nährstoffversorgung, wenn die Säure bildenden Lebensmittel wie
Getreide, Fleisch und Fisch in solchen geringen Mengen verzehrt, wird
wie von Hay empfohlen. Getreide und Getreideerzeugnisse liefern
essenzielle Nährstoffe wie B-Vitamine, Folsäure, Magnesium, Eisen
und Selen. Sie kommen in der Hayschen Trennkost deutlich zu kurz.
Getreide und daraus hergestellte Produkte sollten in einer
ausgewogenen und vollwertigen Ernährung im Mittelpunkt stehen und am
meisten gegessen werden. Daher müsste man, wollte man die Haysche
Trennkost anwenden, den Getreideanteil deutlich erhöhen. Auch der
Anteil der Käse müsse erhöht werden, damit eine ausreichende
Zufuhr von Calcium gewährleistet wird. Man muss also dem
Hayschen Prinzip nicht folgen, um eine gesunde Ernährung bzw.
Gewichtsreduktion zu erreichen. Wer seine Ernährung gezielt umstellt
und ausreichend Obst, Gemüse und Salat zu sich nimmt und
gleichzeitig auf zu große Fleischportionen, fette Wurst, Zucker,
Süßigkeiten sowie auf täglichen Alkohol verzichtet, kann
Krankheiten und Übergewicht entgegenwirken, auch ohne Trennkost.
Viel diskutiert wird dies auch in Internetforen und Blogs.
Erfahrungsberichte, Erfolgsstories und Tipps werden hier ausgetauscht
und sorgen dafür für eine angeregte Diskussion.
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