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Ein Ehering ist eine Tapferkeitsauszeichnung, die man
am Finger trägt.“
Noël Coward
Dass die Tapferkeit jedoch nicht lange anhält, sind sich die
meisten Männer einig. Frauen sehen darin eine höhere Bedeutung und Macht, sie
tendieren ja auch mehr zu Romantik und Lebendigkeit im Alltag, sie wollen ihm
eine Note von Flower Power verleihen, während Männer dagegen sich mehr auf die
praktischen Dinge des Lebens konzentrieren. Manchmal reden beide Geschlechter
aneinander vorbei und missverstehen sich, so scheint es mir, eher mit Absicht.
Wobei ich der Meinung bin, dass man sich eigentlich über alles unterhalten kann
und dass Menschen zu fast jedem Problem eine (gemeinsame)Lösung finden könnten.
Allerdings verstehe ich nicht, warum Männer solche Angst haben zu ihren
Gefühlen zu stehen und ihre (nur behauptete?!) Liebe zu ihrer Partnerin mit
einem Ring zu manifestieren? Oft denke ich, dass wir Frauen die Männer einfach
zu lasch behandeln und es selber zulassen, dass das starke Geschlecht (schön,
wenn man sich als solches glaubt, auch wenn nicht alle diese Meinung teilen)tun
und lassen kann, was es will. Anstatt mit Strenge und Unduldsamkeit behandeln
Frauen ihre Herzensbrecher oft mit rührender und eher nerviger Nachsicht und
lassen alles durchgehen, anstatt sich lautstark mit dem Missstand auseinander
zu setzen und offen und ehrlich die Sachlage zu klären. Klar, dass wenn ich ein
Mann wäre und die Gelegenheit dazu bekäme, mich aus der Verantwortung zu
schleichen, weil mich ja keiner etwas härter zur Rede stellt, würde ich diese
günstige Lage natürlich gnadenlos ausnutzen und mich nie zu meinen Gefühlen
oder Gedanken bekennen. Wenn ich es aber zu hören bekommen würde, dass meine
Gefühlskälte verletzend ist und dass meine Partnerin sich mehr Zuwendung und
vor allem mehr Zeichen meiner Liebe zu ihr nach außen, z.B. mit dem Tragen
eines Verlobungsrings oder später , nach der Heirat, eines Eheringes wünscht,
sonst würde ich sie verlieren, würde ich mich nicht so lange zieren und ihren
Wunsch einfach erfüllen. Irgendwie komme ich mir als Frau als ein von Gnade
erfülltes altes Weib vor, das jedes Almosen an Gefühlen als hohe Gabe preist
und sich selbst klein macht, anstatt richtig auf das Blech meines angehimmeltes
Ritters zu hauen und zu sagen, „Hör mal, Alter, so geht das nicht, ich bin es
mir dafür zu schade, stets um deine Aufmerksamkeit zu betteln! Ich bin auch ein
Mensch und lasse ab heute nicht alles mit mir machen!“
Der Angebetete wird zuerst seinen Ohren nicht glauben
wollen, denn das fromme Landei, das in ihm einst den König des Herzen gesehen, plötzlich die Augen aufgerissen und erkannt hat, dass anstelle des
erträumten Prinzen wenn auch kein schleimiger Frosch, so wenigstens auch kein
Edelmann da steht. Und sobald ich mit meinem Gejammer von „Ich liebe dich,
liebst du mich auch? Zeige es mir, bitte!“ aufgehört habe und ich mich als
eigenständige Person ausgebe, die ganz gut auch ohne den erbettelten Ring gut
leben kann, passiert der Sinneswandel. Der Herr der Schöpfung verliert seine
vermeintliche Blindheit und erkennt in mir nicht mehr das bemutternde,
allverzeihende Etwas, das sich demütig auf allen Vieren um Anerkennung
schleicht und wie eine Katze sich an seine Füße schmiegt, sondern eine stolze,
reife, interessante Frau, die man durchaus lieben und ehren kann, derer man(n)
sich gar nicht zu schämen braucht und sogar noch mehr, mit der sich in der
Gesellschaft zu zeigen eher eine Image-Aufpolierung wäre - und keine Schande!
Wenn die Frau im
täglichen Leben der Feind auf dem Kriegsfeld sei und die Ehe sei der Kriege, so
können Sie, meine Damen, Ihre Amazonen-Seite zeigen und Ihren Kampf aufnehmen:
Zum Hochhissen der weißen Fahne für die Niederlage Ihrer stolzen Krieger, auf
der zwei verschlungene goldene Eheringe in den Wind wehen. Als Zeichen Ihrer
Kriegsbeute und Ihres Kriegsgewinnes, Ihr Schönen!
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