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Um die Wirkungsweise von medzinischen Kompressionsstrümpfen zu
verstehen, müssen auch die physiologischen Vorgänge in den Beinenvenen
verstanden werden. Wie kommt also das Blut aus den Beinen zurück zum
Herzen, und wie können Kompressionsstrümpfe den Blutfluss verbessern?
Übrigens sind Kompressionsstrümpfe keine Stützstrümpfe.
Es gibt verschiedene, natürliche Mechanismen, welche den Blutrückfluss aus den Beinen gewährleisten. Die zwei wichtigsten sind:
Die Muskelpumpe: Bei jedem Schritt spannt sich der Muskel an. Dabei
erhöht sich der Druck im Gewebe und das Blut wird förmlich weggepresst.
Beim Kompressionsstrümpfen wird ebenfalls der Druck erhöht, allerdings
von aussen. Wer sich also wenig Bewegt (z.B. Bürojob) hat auf Grund der
verminderten Muskelaktivität eine schlechtere Durchblutung.
Die Venenklappen sorgen für einen gerichteten Blutfluss, ein Versacken
des Blutes in den Beinen wird verhindert. Nur Kappen die richtig
schliessen können diese Aufgabe übernehmen.
In unabhängigen Untersuchungen konnte gezeigt werden, dass bereits
jungen Menschen ab 20 Jahren Veränderungen im venösen System aufweisen.
Die Beschwerden, also Krampfadern, Schwellung, Besenreiser und Thrombose
kommen erst Jahre später.
Wirkungsweise von Kompressionsstrümpfen
Wie der Name schon sagt, üben die Strümpfe eine genau definierte
Kompression auf das Bein aus. Hierdurch kommt es zu einer Verkleinerung
der Venendurchmesser, das Blut kann nicht versacken. Undichte Klappen
werden wieder dicht und können die natürliche Funktion übernehmen.
Kompressionsstrümpfe unterstützen auch die Muskelpumpe, da das Blut
nicht einfach in dei oberflächlichen Venen gepumpt wird.
Die Kompressionsklassen
Es gibt vier verschiedene Kompressionssklassen. Je nach Indikation muss
ein entsprechender Kompressionsstrumpf gewählt werden. Für eine
Prophylaxe reichen Strümpfe der Klasse eins in der Regel aus. Für die
Therapie von Krampfadern und Thrombosen sollten schwere
Kompressionsstrümpfe der Klasse zwei getragen werden. Klasse drei und
vier ist für seltene Indikationen vorenthalten (z.B. Chronisches
Lymphödem).
Kompressionsstrümpfe gitb es in verschiedenen Ausführungen. Die meisten Hersteller bieten folgende Strumpfvarianten an:
AD ist ein Wadenstrumpf, welcher bis knapp unter das Knie reicht. Solche
Kompressionsstrümpfe sind bei Beschwerden am Unterschenkel geeignet.
AG ist ein Schenkelstrumpf. Für Krampfadern und Besenreiser in der
Kniekehle die beste Wahl.
AT ist die Kompressionsstrumpfhose.
Weiter gibt es
Sonderausführungen für Schwangere (ATU/ATM) oder für
Herren. Der Arzt kann Auskunft über die beste Variante geben. Wichtig
ist, dass der Strumpf auch getragen wird! Stützstrümpfe
haben durchaus einen positiven Effekt auf die Durchblutung, diese
sollten aber wirklich nur für eine Prophylaxe angewendet werden.
Autor: Darius Angehr
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