Die Wanduhr, sowie die Zeitmessung im Allgemeinen, kann auf eine sehr lange „Entwicklungsphase“ zurückblicken. Immerhin fanden die ersten Messungen der Zeit bereits in der Antike statt, denn mithilfe von Sonnenuhren konnten schon die alten Ägypter den zeitlichen Ablauf messen. Allerdings gab es hier einen großen Nachteil, denn diese frühzeitlichen Uhren konnten nur am Tag genutzt werden. Diese Tatsache änderte sich erst einige Jahrtausende später, mit der Erfindung der Wasseruhr. Damit wurde es möglich, nicht nur am Tag, sondern auch in der Nacht die Zeit zu messen. Auch hierbei hatten die Ägypter eine Vorreiterrolle inne. Des Weiteren wurden in der Antike sowie im frühen Mittelalter beispielsweise Kerzen- und Vogeluhren eingesetzt.
Im Mittelalter ist es dann auch soweit gewesen, dass die erste Wanduhr ihre Geburtsstunde erlebte. Sehr bekannt sind zum Beispiel ebenfalls die sogenannten Carteluhren mit Goldüberzug, welche zu den Zeiten des Sonnenkönigs in Frankreich erbaut wurden. In Deutschland im Jahre 1510 kam dann sozusagen die zweite Geburtsstunde der Wanduhr, denn zu dieser Zeit wurde der Federmechanismus erstmalig eingebaut. Viele Jahre später, genauer gesagt 1656, entwickelte Christiaan Huygens die beliebten Pendeluhren. Diese Zeitmesser benutzten einen schwingenden Pendel, der wiederum einige Zahnräder antrieb. Die Zahnräder sorgten dafür, dass die Minuten- und Stundenanzeiger sich bewegten. Allerdings mussten diese Pendeluhren, sobald die Energie der Bewegung „aufgebraucht“ gewesen ist, wieder von Hand gestartet werden. Erst im späteren Verlauf der Zeitgeschichte übernahmen dies Batterien. Im 17. sowie im 18. Jahrhundert wurden dann die Wandregulatoren entwickelt. Hier vereinigte sich die Handwerkskunst mit der mechanischen Präzision. Damit das Gehwerk imstande gewesen ist, zu einer solchen Präzision zu gelangen, wurde ein Pendel mit dementsprechenden Gewichten eingebaut. Diese Zeitmesser sind die noch heute sehr beliebten Präzisionspendeluhren.
Wiederum verging viel Zeit, bis im Jahre 1920 die Quarz-Uhren erfunden wurden. Eine Vielzahl der heutigen Wanduhren besitzt ein solches „Innenleben“. Denn während es durchaus viele Nachbauten der „alten“ Wanduhren gibt, besitzen diese jedoch nicht ihr urtümliches Uhrwerk, sondern eine wesentlich neuere Technik. Hier kann es sich zum Beispiel um ein Quarz-Uhrwerk oder auch um eine Übertragung der genauen Uhrzeit via Funk handeln. Selbst bei den allseits beliebten Kuckucksuhren aus dem Schwarzwald hat zum Teil bereits die moderne Technik ihren Einzug gehalten. Wanduhren können somit ebenfalls in den modernen Varianten sowie als die klassischen, wesentlich wertvolleren Uhren erstanden werden.
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