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In den westlichen
Industrieländern gehören Krebserkrankungen, nach Herz-Kreislauf-Erkrankungen,
zu den häufigsten Todesursachen. Eine der am meisten verbreiteten Krebsarten
ist, mit etwa 70.000 Neuerkankungen pro Jahr, der Darmkrebs (kolorektales
Karzinom). Da bei frühzeitiger Erkennung eine 100 % Heilungschance
besteht, wird der Entwicklung spezifischer Tests zur unkomplizierten Vorsorge
eine wichtige Rolle zuteil. Neben einer aufwendigen Darmspiegelung und dem
fehleranfälligen Nachweis von okkultem (verstecktem) Blut im Stuhl über ein
chemisches Testverfahren, sind immunologische Tests derzeit die sichersten und
am einfachsten durchzuführenden Maßnahmen zur Darmkrebs-vorsorge. Wie eine
Studie (Lüthgens 1998) belegt hat, können mithilfe von immunologischen
Testverfahren 95 % der Darmkrebsfälle frühzeitig erkannt werden. Die
Durchführung eines solchen Tests beruht auf dem Prinzip eines quantitativen
ELISA (Enzym Linked Imunno
Sorbent Assay). Hierbei wird über einen spezifischen
Antikörper ein Enzym an das nachzuweisende Antigen gebunden. Über eine, durch
dieses Enzym katalysierte, Farbreaktion lässt sich im Anschluss die Menge des
gesuchten Antigens in der Stuhlprobe ermitteln. Für die Früherkennung von Darmkrebs
können verschiedene Antikörper verwendet werden:
- Ein Nachweis
von okkultem Blut im Stuhl ist durch den Einsatz von Antikörpern gegen Hämoglobin oder auch den
Hämoglobin-Haptoglobin-Komplex möglich. Da diese Antikörper spezifisch gegen
das menschliche Hämoglobin sind, kann es bei dieser Methode nicht zu
Kontaminationen durch tierisches Blut, z. B. durch den Verzehr von
Fleisch, kommen.
- Da in von Tumoren
befallenen Geweben auch immer Entzündungsprozesse ablaufen, kann ein ELISA mit Antikörpern gegen Calprotectin in
Stuhlproben Hinweise auf ein Geschwür in der Darmschleimhaut liefern. Calprotectin
ist ein calciumbindendes Enzym, das in großen Mengen in Granulozyten (weiße
Blutkörperchenart) vorkommt, die bei Entzündungen der Darmschleimhaut vermehrt
ins Darmlumen wandern.
- Antikörper gegen M2-PK (Tumor-M2-Pyruvatkinase) bilden eine weitere
Möglichkeit um tumorartige Veränderungen im Darmtrakt frühzeitig zu erkennen.
M2-PK ist ein Enzym, das im Menschen ausschließlich in sich teilenden Geweben
(fötales Gewebe oder Tumorgewebe) vorkommt.
Für alle Formen des
immunologischen Tests gilt, dass im Fall eines positiven Ergebnisses dieses
durch andere Methoden wie z. B. die Darmspiegelung oder wenn nötig eine
Biopsie bestätigt werden muss.
Die Deutsche Krebshilfe e.V.
empfiehlt spätestens ab dem 50. Lebensjahr ein Mal im Jahr zur
Darmkrebsvorsorge. Da die Krankenkassen bislang nur den ungenauen chemischen
Test auf okkultes Blut im Stuhl bezahlen, muss der Patient, sofern er einen
immunologischen Test wünscht, diesen aus eigener Tasche bezahlen. Erhältlich
sind die Test, deren Kosten zwischen 15 und 30 Euro liegen, entweder über den
Hausarzt oder in der Apotheke. Je früher Darmkrebs erkannt wird, desto höher
sind die Heilungschancen. Aus diesem Grund sollte sich jeder überlegen, ob er
den geringen Aufwand und die minimalen Kosten nicht regelmäßig einmal pro Jahr
aufbringen kann. Es lohnt sich.
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