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veröffentlicht: 26.10.2011 |
Autor: m.kueten
Rubrik: Hobbies | Leser bisher: 49 | ohne Bewertung
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Ich gebe zu, früher habe ich mich immer eingereiht in die Schlange, die
kurz nach Lütten Klein anfing und sich bis Warnemünde zog. Die
Auto-Schlange, die ins Ostseebad vor den Toren Rostocks kroch. Und in
der alle nur ein Ziel hatten: In Warnemünde parken. Doch nun beschreite
ich neue Wege – ich habe keine Lust mehr auf die Herausforderung
„Warnemünde parken“. Ich fahre Fahrrad. Und kann somit in Warnemünde
parken - wo ich will.
Ich erinnere mich noch immer ganz genau an
diese tollen Sommertage, als ich schon morgens auf dem Balkon die
Seeluft schnuppern konnte und mich die Ostsee magisch anzog. Was mir
jedoch weniger Freude bereitete, war die Aussicht auf den Autokorso, der
bereits fünf Kilometer vor Warnemünde ins Stocken geriet. Und das
nicht, weil Deutschland Fußball-Weltmeister wurde. Nein, weil alle in
Warnemünde parken wollten, aber es nicht genügend Parkplätze gab.
Schlimm.
Schlimm auch, dass ich damals immer zwei Stunden in der
glühenden Mittagshitze im Auto verbringen musste – und das für gerade
einmal drei bis fünf Kilometer. Der Schweiß lief, die Abgase meiner
Auto-Freunde schickten mich in eine Art Trance und im Radio – vergessen
wir das am besten gleich.
Die nette Radiomoderatorin hauchte die
Verkehrsnachrichten so lasziv ins Mikro, dass ich zumindest kurz auf
andere Gedanken kam. Leider waren die Verkehrsmitteilungen immer ganz
kurz: „Alles frei auf unseren Straßen, nur die Straße nach Warnemünde
ist an diesem heißen Sommertag wieder verstopft…“ Ganz toll.
Als
ich dann endlich in Warnemünde parken konnte, war ich mit den Nerven
schon total am Ende. Wollte ich mir das noch länger antun? Nein.
Ich
beschloss, einen Plan zu entwerfen. Der Plan hieß: Fahrrad. Er war so
einfach wie genial. Denn: Mit dem Rad konnte ich Schleichwege fahren und
konnte in Warnemünde parken. Egal, wann und wo.
Und was soll
ich sagen, es war einfach herrlich gegen den Seewind anzukämpfen. Klingt
dämlich, ist es aber nicht. Denn: Ich fühlte Freiheit auf meinem
Fahrrad und noch mehr freute es mich, als ich an der Autoschlange
vorbeifuhr. Ein Lächeln konnte ich mir natürlich nicht verkneifen.
Auch
nicht, als ich an den vollen Parkplätzen vorbeihuschte und sah, wie die
Touristen die Parkscheinautomaten fütterten. Alles Probleme, die mich
nicht mehr tangierten.
Gut gelaunt parkte ich anschließend mein
Fahrrad direkt auf der Seepromenade – neidische Blicke der Autofahrer
erwiderte ich mit einem süffisanten Grinsen.
Mit Badesachen und
meinem kleinen Kofferradio ging es an den Strand – denn eins wollte ich
bei meinem neuen Plan nicht missen. Richtig, die laszive Stimme der
Radiomoderatorin. Und ich musste wirklich nicht lange warten, bis sie
mir wieder ins Ohr hauchte: „Alle Straßen sind frei. Nur leider staut es
sich wieder vor Warnemünde…“
Und da wusste ich: Ich habe alles
richtig gemacht - so macht in Warnemünde parken wirklich Spaß und es
verbessert sogar noch die Kondition, schon die Umwelt und und und.
Gegenargumente? Mir fallen keine ein.
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