Und manchmal auch merere Reden. Im klassischen, traditionellen Sinn ist es üblich, dass der Vater der Braut eine Rede hält, in der er den Schwiegersohn in der Familie willkommen heißt. Mit einem Augenzwinkern wird gerne humoristisch mit eingeflochten, dass der Papa trotzdem immer noch die Nummer eins im Leben seiner Tochter sein möchte. Oftmals tritt der Vater des Bräutigams mit einer Gegenrede an, in der er den Vater der Braut ein wenig auf die Schippe nimmt, weil er das Töchterchen nun an den Bräutigam abgeben muss – und heißt sie ebenso willkommen in seiner Familie. Das sind Bräuche, die bereits seit Jahrhunderten praktiziert werden und die einfach jeder erwartet, aber auch Freude bereiten, nicht zuletzt dem Brautpaar. Denn egal wie modern ein Mensch eingestellt sein mag, Hochzeiten wecken romantische Gefühle, nicht nur beim Brautpaar selbst, sondern auch bei allen Gästen. Eine Rede zur Hochzeit sollte jedoch niemals frei improvisiert werden. Wer eine solche Rede plant, sollte sich vorher einen Text überlegen und sich gut vorbereiten. Selbst den größten Improvisationskünstlern und Rhetorikern fällt es schwer, am Tag der Hochzeit ihrer Tochter oder ihres Sohnes eine freie Rede zu halten, auch wenn man dies von Berufswegen her gewohnt ist. Jeder Gast, und erst Recht die Eltern des Brautpaares, fühlt sich angesichts der Hochzeit und der romantischen Stimmung gerührt. Und wenn die Rede dann nicht gut vorbereitet ist, kann es gut passieren, dass selbst ein guter Rhetoriker plötzlich vor Rührung sprachlos ist. Texte zur Hochzeit gibt es genügend im Internet zu finden, und Anregungen darf sich auch ruhig ein freier Redner holen.
|