Ein Buch zum Thema Anfängertraining suchten die
Tischtennistrainer, Übungsleiter und von Neugier Angetriebenen bislang
vergeblich in den Bücherregalen der Buchhandlungen und Sportgeschäfte. Vor
kurzem hat sich das geändert: Claus Mayr und Moritz Förster haben das Buch
„Tischtennis Anfängertraining. Richtig spielen von Anfang an“ rausgebracht.
Zwei Praktiker sind hier am Werk, das merkt der Leser
sofort: Welcher Schläger ist der richtige? Wie viele Teilnehmer sollte eine
Trainingsgruppe maximal haben? Wie sorge ich dafür, dass Spaß und Erfolg
zusammen kommen?
Claus Mayr berichtet von seinen Erfahrungen aus seiner
Trainingsgruppe der TTF Bönen, ein Training, dass ohne komplizierte
Zusatzgeräte, zeitaufwendige Umbauten oder praxisferne, langweilige Übungen
stattfand. Ein Training mit jungen Spielern, die aus Bezirksmeisterschaften
teilweise eine Vereinsmeisterschaft machten und die Deutsche Meisterschaft der
Schulen nach Bönen holten.
Statt durch endlose regelmäßige Übungen des VH-Topspins und
minutenlange Beschreibungen der jeweiligen Schlagtechnik die Kinder zu
vergraulen, stellt unser Ansatz den externalen Fokus in den Mittelpunkt, bei
dem Schlagtechniken nicht über die internale Beschreibung sondern über
Zielvorgaben geschult werden.
Lockerheit, Grundlagenkoordination und Sensibilisierung sind in den ersten
Trainingswochen für die Kinder viel wichtiger als die exakte Ausführung der
jeweiligen Schläge. Der Spaß an der Bewegung wird durch etliche alternative
Spielformen wie Tischtennis über die Bande, Grabentische oder Ping-Pong
gefördert, die Neugiermotivation der Kinder wird durch Rotationsübungen an den
und jenseits der Tische genutzt. Statt, wie es leider allzu oft passiert, den
Bewegungsdrang der Kinder durch trockene Erklärungen zu unterdrücken, lautet
die erste Phase unseres Konzepts: „Austoben!“. Zum Aufwärmen laufen die Kinder
mit den unbedingt erforderlichen Plastikbällen durch die Halle. Wie sie gerade wollen.
Die einen werfen, die anderen schießen. In Gruppen, zu zweit oder allein. Auch
in der folgenden zweiten Phase werden neben Tischtennismaterialen wieder
Plastikbälle eingesetzt. Allerdings sind hier bereits die Übungen auf die
Sportart „Tischtennis“ zugeschnitten. Vor allem geht es um Koordination,
Schnelligkeit, Rotation und Kondition. An den Tischen wird erst in der dritten
Phase geübt. Erneut variieren Spielform und Spielweise. An Grabentischen
erlernen die Kinder eine höhere Flugbahn und dadurch auch mehr Spin zu spielen.
Beim Ping Pong ist der Wechsel zwischen VH und RH leichter, der Schläger liegt
locker in der Hand und das Handgelenk bleibt locker. Im Mittelpunkt des
Trainings steht immer das wichtigste Element des modernen Tischtennis: Spin.
So abwechselnd wie das Training nach der Beschreibung
gewesen ist, so vielfältig präsentiert sich das Buch selbst: Hier ein Einschub
der Bildungsforscherin Elsbeth Stern zum Thema Jonglieren und
Gehrinkapazitäten, dort eine Anekdote von einem Trainingscamp im schwedischen
Falkenberg. Praxis und Theorie gehen in dem Lehrbuch Hand in Hand, zunächst mag
der Leser etwas verwirrt sein, doch hat er sich erstmal eingelesen, freut er
sich über die anregende Buchgestaltung.
Doppelaufgabeninterferenz, Spiegelneuronen, Erstkodierung,
Aktivierungsniveau, Individualisierung und Differenzierung sowie vor allem der
externale Fokus. Begrifflichkeiten, die nicht für jedermann automatisch zum
Tischtennissport gehören, werden sinnvoll in das umfassende Trainingskonzept
eingebettet.
„Richtig spielen von Anfang an“ – die beiden Autoren haben
ein Buch verfasst, dass wohl möglich dafür sorgt, dass Kinder Talente werden.
Zum Buch:
-Mayr, Claus/Förster, Moritz: „Tischtennis
Anfängertraining. Richtig spielen von Anfang an.“ Berlin. Verlag Förster für
Sport & Pädagogik. Softcover, 212 Seiten.